


04.10.24 –
Gestern hatte ich für unsere kleinen Reihe „Grünes Kino“ den neuen Dokumentarfilm „Petra Kelly -Act now“ ins Merkur Film-Center in Gaggenau-Ottenau geholt.
Petra Kelly war eine unkonventionelle Friedenskämpferin, Kämpferin für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit u nd Umweltaktivistin, die ihrer Zeit weit voraus war. Sie glaubte daran, dass ein einzelner Mensch die Welt verändern kann. In den 1980er Jahren mobilisierte sie Hunderttausende gegen die Stationierung von Atomraketen in Westdeutschland und wurde als Mitbegründerin und Star der Grünen bekannt.
Und sie und die Grünen haben damals mit großem Einsatz und gegen sehr viel Widerstand in Teilen der Bevölkerung viel erreicht. Geplante Kernkraftwerke in Wyhl und die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf wurden nicht gebaut, das Treibgas FCKW in den Kühlschränken und Deosprays wurden durch ozonverträgliche Stoffe ersetzt und es wurde verhindert, dass das Ozonloch tödliche Ausmaße annahm.
Und auch bei den Frauenrechten und den Rechten der LGBTQ Community hat sich der Einsatz von Petra Kelly gelohnt.
Leider konnte ich selbst wegen Erkrankung nicht bei der Filmvorführung dabei sein, wurde aber von der Kreisvorsitzenden der Grünen, Birgit Gerhard-Hentschel, vertreten.
Das Publikum zeigte sich vom Film sehr beeindruckt. Der Film offenbart aber auch, dass vieles heute immer noch oder -schlimmer noch- wieder so ist, wie vor 50 Jahren: die Feindseligkeit und Ressentiments gegenüber Grünen, das Nicht-Wahrhabenwollen des menschengemachten Klimawandels, die Feindseligkeit gegenüber starken, engagierten Frauen. Das alles, obwohl wir schon weiter waren.
Eine desillusionierende Wahrheit.
Bleibt festzustellen: Petra Kelly war eine Visionärin - charismatisch, stark, leidenschaftlich, offen, direkt, gradlinig.
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